In genau diesem Moment ist der 30. Januar, 4.30 Uhr abends/nachts/morgens je nachdem wie man's sieht.
Und auch wenn ich eigentlich schon mehrfach daran gedacht habe, genau jetzt wird mir bewusst, dass ich jetzt vor genau 5 Monaten und 3 Tagen in Argentinien angekommen bin. 5 Monate!! In nur 11 Tagen ist die Hälfte meines Austauschjahres schon vorbei! Und ich bin doch grade erst angekommen.. Nochmal genau dieselbe Zeit die ich jetzt hier bin ab heute und ich muss anfangen meine Taschen zu packen!
Theoretisch ist das Gefühl schlecht, da ich merke, dass ich hier viel zu wenig Zeit habe, andererseits ist es aber auch sehr gut, so weiß ich, dass ich jeden Tag hier ausnutzen sollte, mich über jeden weiteren Tag freuen sollte den ich hier bin, den ich hier sein darf. Auch wenn mal was schief läuft, alles hat eine gute Seite, wenn man das beste daraus macht.
Jetzt aber erstmal eine Erklärung für das ganze Durcheinander der letzten Zeit.
Im November gings los auf Südreise. Ende November bin ich dann wieder gekommen, am 28. November. Meine Gastmutter sollte aber eigentlich zu der Zeit noch in Cordoba sein, um ihre ältere Tochter zu besuchen, die dort wohnt. Also bin ich, als ich wiederkam, zu meiner zweiten gastfamilie gegangen. Nach ca. einer Woche stellte sich raus, dass meine Gastmutter aber doch nicht nach Cordoba gefahren war, weil sie ein gesundheitliches Problem hatte. Also bin ich dann nach eben dieser Woche wieder zu ihr gezogen. Nur eine Woche später erzählte sie mir, dass sie am nächsten Tag für eine Woche nach Cordoba fahren würde. ich dachte okay, packte meine Tasche und wurde zu einer rotarischen Familie gefahren, die ziemlich weit weg wohnten, aber sehr nett waren und einen Sohn in meinem Alter hatten. So viel wie ich mit dem geredet hab, hab ich die ganzen Monate bei meiner Gastmutter nicht geredet und da fiel mir dann auch auf, weil ich da nie alleine war, dass meine Gastmutter fast nie zu Hause war, weil sie den ganzen Tag gearbeitet hat. Als die Woche dann vorbei war bekam ich die Nachricht, ich würde eine Woche länger in dieser Familie bleiben, weil meine Gastmutter ein gesundheitliches Problem hatte und noch nicht zurückkommen konnte. Ein besonders großes problem hatte ich damit nicht, die Familie war sehr nett und eigentlich gefiel es mir da sogar besser, bis auf dass es sehr weit weg von allem war und ich Skorpione in meinem Zimmer nicht so toll finde. Nach einigen tagen stand dann fest, dass meine gastmutter immer noch nicht wiederkommen würde und dass ich demnach eine weiter Woche bei der Familie bleiben müsse. Am Ende dieser 3. Woche kamen mich dann Levke und Anica besuchen, die auch aus Deutschland sind, aber in anderen Städten hier wohnen. Einige Tage vor Weihnachten, als diese 3. Woche um war, musste ich dann zu der Ehefrau von meinem gastbruder, dem Sohn meiner Gastmutter, ziehen. Als mir gesagt wurde, ich würde nach formosa kommen und ich bei google geguckt hab und alle Häuser aussahen wie Wellblechhütten, hatte ich schon Angst das wäre wirklich so und ich müsse da wohnen, was aber zum Glück nicht so war. Aber dann... Soooo schlimm ist das gar nicht wie ich gedacht hätte, nur seeehr wenig Platz, keine Privatsphäre, seeeehr heiß ohne Klimaanlage, viele Insekten/Tiere, mehr Schmutz als sowieso schon und okay wirklich schön war das nicht. Und dann hat die Frau von meinem gastbruder auch noch sehr weit weg gewohnt! das "Haus" (oder Hüttchen) bestand aus einem Zimmer=Küche, Wohnzimmer, Esszimmer, einem Schlafzimmer für die Eltern, ein Zimmer für den 5 jährigen Sohn und ein kleines Badezimmer. Der kleine Sohn hat bei seiner Mutter geschlafen, ich in seinem zimmer, ohne Klimaanlage, ohne Vorhänge und üüüüüüberall Kinderspielzeug. Und er kam jeden Morgen um 7 ins Zimmer gestürmt "MERLEEEEEEEE!! Steh auf, es ist schon Taaaaaaaag!!!!". Nach ungefähr 4 tagen war dann Weihnachten und wir sind nach Pirane, ein winzig kleines und nicht wirklich schönes Dorf, ca. 200km von Formosa gefahren, um da Weihnachten mit der Familie zu feiern. Es war ein ganz interessantes Erlebnis, aber wirklich gut gefallen hat es mir da nicht.. Am nächsten tag ging es dann aber auch gleich wieder zurück nach Formosa. Am 28. Dezember hab ich dann wieder gewechselt. in eine Familie mit 2 Söhnen, einer ist 18 und war letztes Jahr 9 Monate in Deutschland für ein Austauschjahr, der andere ist 27 oder 28, hat 10 Jahre zum studieren weiter südlich in Argentinien gelebt und dort Deutsch gelernt. Beide haben ziemlich gut Deutsch gesprochen. Silvester habe ich also mit dieser Familie verbracht, aber eine Woche nach Silvester sollte ich schon wieder wechseln. Einen tag vorher stellte sich raus, dass ich das wohl doch nicht sollte, das hab ich aber nur erfahren, weil ich mit einer Rotarierin gesprochen hab, die mir gesagt hat, eine Woche später würde ich wechseln. Das war dann aber wieder nicht so und verzögerte sich um eine weiter Woche. 3 Tage bevor diese Woche zu Ende war wurde mir gesagt ich soll Taschen packen, weil ich am nächsten Tag wechseln würde. Nicht in die Familie, die mir vorher gesgat wurde, nein, in eine andere Familie.
Aber okay, ich konnte ja nichts machen. Und seit dem 15. Januar wohne ich jetzt bei der Clubpräsidentin des Rotaryclubs hier und auch wenn sie alleine wohnt und mich abends nicht weggehen lässt, ein wenig zu gut auf mich aufpasst und es wieder sehr weit weg vom Zentrum ist, gefällt es mir hier bisher am besten. EIGENTLICH (hier ist NICHTS verbindlich, weder was gesagt wird, noch was versprochen wird, noch was vertraglich unterschrieben wird) sollte ich am 1. Februar dann zu meiner eigentlichen zweiten Gastfamilie wechseln, meiner letzten Gastfamilie. Nur sind die noch nicht wieder da und deshalb ändert sich (natürlich) wieder alles und ich wechsel (wahrscheinlich?) am 5. Februar. Aber okay, es gefällt mir hier ziemlich gut, daran, dass man das was hier gesagt wird niemals und unter keinen Umständen glauben sollte hab ich mich gewöhnt, also stören mich die 4 Tage nicht allzu sehr. Besonders nicht nach ein paar Kleinigkeiten, die man erfährt, wenn man mit der Clubpräsidentin zusammen wohnt, der es Leid tut, dass alles so läuft und die sehr viel erzählt..
Aber mir geht es gut. Fast schon sehr gut, nur ist es etwas langweilig, weil viele meiner Freunde, weil rade Ferien sind, nicht hier sind und ich dauernd wechseln musste und immer recht weit weg vom Zentrum der Stadt wohne. Aber ich finde immer neue Freunde und ansonsten irgendwann sind auch die anderen alle wieder da.
Mein Paket bekomme ich, wenn alles so klappt wie ich es jetzt hoffe, am Donnerstag vormittag, weil ich das dann bei der Post abholen werde.
Und mein Geburtstag ist auch schon in 23 Tagen.
Zum Abschluss nochmal zu dem, was ich als erstes geschrieben habe. Ein jahr ist nichts. Es ist ein Jahr. Das Leben ist kurz. Ein Jahr ist kurz. Wer die Möglichkeit hat zu wählen zwischen einem Jahr im Ausland und einem halben Jahr im Ausland, der sollte eindeutig das ganze Jahr nehmen, denn wenn man nach einem halben jahr auf die "Uhr" guckt, ist es als wäre man erst gestern losgeflogen.
Mein Spanisch ist mittlerweile übrigens deutlich besser, das sehe ich als das positivste der ganzen Wechsel in Familien, wo ich nicht den ganzen tag alleine bin. Und die Zeit, die mir noch bleibt werde ich damit verbringen, das bisschen Deutsch und Deutschgrammatik, was ich noch weiß (? ein beispiel xD) zu vergessen und gegen Spanisch einzutauschen. das wiederum heißt, dass in Deutschland alle anderen auch Spanisch lernen müssen, weil mir das argentinische Spanisch viel besser gefällt als Deutsch :)
Hey meine liebe Merle,
AntwortenLöschenIch bin von Deinem neuen Bericht wieder sehr angetan. Ich finde es nicht gerade sehr schön dass Du bei Deinen Gasteltern so hin- und hergeschoben wirst. Aber solange Du damit klar kommst,ist es für mich einigermaßen OK. Man kennt ja die Mentalität der Spanier- manjana manjana. Ich bin froh dass es Dir auch gesundheitlich gut geht.
Wünsche Dir weiterhin noch viele schöne Abenteuer.
Hab Dich lieb Omi Daggi