Montag, 30. Januar 2012

Januar?

In genau diesem Moment ist der 30. Januar, 4.30 Uhr abends/nachts/morgens je nachdem wie man's sieht.
Und auch wenn ich eigentlich schon mehrfach daran gedacht habe, genau jetzt wird mir bewusst, dass ich jetzt vor genau 5 Monaten und 3 Tagen in Argentinien angekommen bin. 5 Monate!! In nur 11 Tagen ist die Hälfte meines Austauschjahres schon vorbei! Und ich bin doch grade erst angekommen.. Nochmal genau dieselbe Zeit die ich jetzt hier bin ab heute und ich muss anfangen meine Taschen zu packen!
Theoretisch ist das Gefühl schlecht, da ich merke, dass ich hier viel zu wenig Zeit habe, andererseits ist es aber auch sehr gut, so weiß ich, dass ich jeden Tag hier ausnutzen sollte, mich über jeden weiteren Tag freuen sollte den ich hier bin, den ich hier sein darf. Auch wenn mal was schief läuft, alles hat eine gute Seite, wenn man das beste daraus macht.
Jetzt aber erstmal eine Erklärung für das ganze Durcheinander der letzten Zeit.
Im November gings los auf Südreise. Ende November bin ich dann wieder gekommen, am 28. November. Meine Gastmutter sollte aber eigentlich zu der Zeit noch in Cordoba sein, um ihre ältere Tochter zu besuchen, die dort wohnt. Also bin ich, als ich wiederkam, zu meiner zweiten gastfamilie gegangen. Nach ca. einer Woche stellte sich raus, dass meine Gastmutter aber doch nicht nach Cordoba gefahren war, weil sie ein gesundheitliches Problem hatte. Also bin ich dann nach eben dieser Woche wieder zu ihr gezogen. Nur eine Woche später erzählte sie mir, dass sie am nächsten Tag für eine Woche nach Cordoba fahren würde. ich dachte okay, packte meine Tasche und wurde zu einer rotarischen Familie gefahren, die ziemlich weit weg wohnten, aber sehr nett waren und einen Sohn in meinem Alter hatten. So viel wie ich mit dem geredet hab, hab ich die ganzen Monate bei meiner Gastmutter nicht geredet und da fiel mir dann auch auf, weil ich da nie alleine war, dass meine Gastmutter fast nie zu Hause war, weil sie den ganzen Tag gearbeitet hat. Als die Woche dann vorbei war bekam ich die Nachricht, ich würde eine Woche länger in dieser Familie bleiben, weil meine Gastmutter ein gesundheitliches Problem hatte und noch nicht zurückkommen konnte. Ein besonders großes problem hatte ich damit nicht, die Familie war sehr nett und eigentlich gefiel es mir da sogar besser, bis auf dass es sehr weit weg von allem war und ich Skorpione in meinem Zimmer nicht so toll finde. Nach einigen tagen stand dann fest, dass meine gastmutter immer noch nicht wiederkommen würde und dass ich demnach eine weiter Woche bei der Familie bleiben müsse. Am Ende dieser 3. Woche kamen mich dann Levke und Anica besuchen, die auch aus Deutschland sind, aber in anderen Städten hier wohnen. Einige Tage vor Weihnachten, als diese 3. Woche um war, musste ich dann zu der Ehefrau von meinem gastbruder, dem Sohn meiner Gastmutter, ziehen. Als mir gesagt wurde, ich würde nach formosa kommen und ich bei google geguckt hab und alle Häuser aussahen wie Wellblechhütten, hatte ich schon Angst das wäre wirklich so und ich müsse da wohnen, was aber zum Glück nicht so war. Aber dann... Soooo schlimm ist das gar nicht wie ich gedacht hätte, nur seeehr wenig Platz, keine Privatsphäre, seeeehr heiß ohne Klimaanlage, viele Insekten/Tiere, mehr Schmutz als sowieso schon und okay wirklich schön war das nicht. Und dann hat die Frau von meinem gastbruder auch noch sehr weit weg gewohnt! das "Haus" (oder Hüttchen) bestand aus einem Zimmer=Küche, Wohnzimmer, Esszimmer, einem Schlafzimmer für die Eltern, ein Zimmer für den 5 jährigen Sohn und ein kleines Badezimmer. Der kleine Sohn hat bei seiner Mutter geschlafen, ich in seinem zimmer, ohne Klimaanlage, ohne Vorhänge und üüüüüüberall Kinderspielzeug. Und er kam jeden Morgen um 7 ins Zimmer gestürmt "MERLEEEEEEEE!! Steh auf, es ist schon Taaaaaaaag!!!!". Nach ungefähr 4 tagen war dann Weihnachten und wir sind nach Pirane, ein winzig kleines und nicht wirklich schönes Dorf, ca. 200km von Formosa gefahren, um da Weihnachten mit der Familie zu feiern. Es war ein ganz interessantes Erlebnis, aber wirklich gut gefallen hat es mir da nicht.. Am nächsten tag ging es dann aber auch gleich wieder zurück nach Formosa. Am 28. Dezember hab ich dann wieder gewechselt. in eine Familie mit 2 Söhnen, einer ist 18 und war letztes Jahr 9 Monate in Deutschland für ein Austauschjahr, der andere ist 27 oder 28, hat 10 Jahre zum studieren weiter südlich in Argentinien gelebt und dort Deutsch gelernt. Beide haben ziemlich gut Deutsch gesprochen. Silvester habe ich also mit dieser Familie verbracht, aber eine Woche nach Silvester sollte ich schon wieder wechseln. Einen tag vorher stellte sich raus, dass ich das wohl doch nicht sollte, das hab ich aber nur erfahren, weil ich mit einer Rotarierin gesprochen hab, die mir gesagt hat, eine Woche später würde ich wechseln. Das war dann aber wieder nicht so und verzögerte sich um eine weiter Woche. 3 Tage bevor diese Woche zu Ende war wurde mir gesagt ich soll Taschen packen, weil ich am nächsten Tag wechseln würde. Nicht in die Familie, die mir vorher gesgat wurde, nein, in eine andere Familie.
Aber okay, ich konnte ja nichts machen. Und seit dem 15. Januar wohne ich jetzt bei der Clubpräsidentin des Rotaryclubs hier und auch wenn sie alleine wohnt und mich abends nicht weggehen lässt, ein wenig zu gut auf mich aufpasst und es wieder sehr weit weg vom Zentrum ist, gefällt es mir hier bisher am besten. EIGENTLICH (hier ist NICHTS verbindlich, weder was gesagt wird, noch was versprochen wird, noch was vertraglich unterschrieben wird) sollte ich am 1. Februar dann zu meiner eigentlichen zweiten Gastfamilie wechseln, meiner letzten Gastfamilie. Nur sind die noch nicht wieder da und deshalb ändert sich (natürlich) wieder alles und ich wechsel (wahrscheinlich?) am 5. Februar. Aber okay, es gefällt mir hier ziemlich gut, daran, dass man das was hier gesagt wird niemals und unter keinen Umständen glauben sollte hab ich mich gewöhnt, also stören mich die 4 Tage nicht allzu sehr. Besonders nicht nach ein paar Kleinigkeiten, die man erfährt, wenn man mit der Clubpräsidentin zusammen wohnt, der es Leid tut, dass alles so läuft und die sehr viel erzählt..
Aber mir geht es gut. Fast schon sehr gut, nur ist es etwas langweilig, weil viele meiner Freunde, weil rade Ferien sind, nicht hier sind und ich dauernd wechseln musste und immer recht weit weg vom Zentrum der Stadt wohne. Aber ich finde immer neue Freunde und ansonsten irgendwann sind auch die anderen alle wieder da.
Mein Paket bekomme ich, wenn alles so klappt wie ich es jetzt hoffe, am Donnerstag vormittag, weil ich das dann bei der Post abholen werde.
Und mein Geburtstag ist auch schon in 23 Tagen.
Zum Abschluss nochmal zu dem, was ich als erstes geschrieben habe. Ein jahr ist nichts. Es ist ein Jahr. Das Leben ist kurz. Ein Jahr ist kurz. Wer die Möglichkeit hat zu wählen zwischen einem Jahr im Ausland und einem halben Jahr im Ausland, der sollte eindeutig das ganze Jahr nehmen, denn wenn man nach einem halben jahr auf die "Uhr" guckt, ist es als wäre man erst gestern losgeflogen.
Mein Spanisch ist mittlerweile übrigens deutlich besser, das sehe ich als das positivste der ganzen Wechsel in Familien, wo ich nicht den ganzen tag alleine bin. Und die Zeit, die mir noch bleibt werde ich damit verbringen, das bisschen Deutsch und Deutschgrammatik, was ich noch weiß (? ein beispiel xD) zu vergessen und gegen Spanisch einzutauschen. das wiederum heißt, dass in Deutschland alle anderen auch Spanisch lernen müssen, weil mir das argentinische Spanisch viel besser gefällt als Deutsch :)

Montag, 9. Januar 2012

Sommer, Sonne, Strand, Pirañas und viele Erkenntnisse

Eigentlich wollte ich ja noch so viel geschrieben habn bevor ich über einen Tag schriebe, aber jetzt muss ich einfach erstmal über heue schreiben, weil das glaube ich ein Tag ist den ich nicht so schnell vergessen werde.
Gestern hatte ich mit Roxy, einer Freundin, verabredet, dass sie mit ihren Eltern mich gegen 13 Uhr abholen und wir zur "Laguna Oca" fahren, da ist ein Strand am Fluss. Gegen 11:30 schickte sie mir dann eine Sms, dass sie jetzt schon losfahren und gleich da sind. Mein Problem war, dass ich da noch geschlafen hab weil ich dachte ich hätte noch viel Zeit. Innerhalb von 10 Minuten musste ich mich dann schnell fertig machen und Tasche packen und dann ging's auch schon los.
Als wir ein Stück aus der "richtigen" Stadt raus waren fing Roxy an mir zu erzählen, dass es viele Legenden um ein Monster gibt, dass hier leben soll und wenn man alleine oder mit wenigen Freunden diesen Weg langgeht, bestmöglichst gegen 4 nachmittags, weil da sonst neimand da ist, dann kann es passieren, dass das Monster rauskommt.
Das erstmal dazu, dann sind wir weitergefahren und waren schließlich am Ziel.
Wir haben erstmal einen guten Platz gesucht, uns hingesetzt und sind dann schließlich runter an den Strand zum Wasser gegangen wo wir uns dann an den Strand gesetzt und geredet haben. Danach sind wir dann ins Wasser gegangen, es waren noch nicht viele Leute da, fast keine, und wir haben weitergeredet diesmal aber über Krokodile und Pirañas, weil mir alle erzählt haben, dass es die im Fluss gibt, sie das aber nicht wusste und mir das nicht glauben wollte. Wir waren dann im Wasser und ca. eine halbe Stunde später war etwas an meinem Fuß an meinem Zeh. Ich hab keine Ahnung wie ich das Gefühl beschreiben soll, aber es war gar nicht richtig wie ein Biss. Also irgendwie schon aber innerhalb von weniger als einer Sekunde war das schon vorbei und es ging alles so schnell. Das "reißen" was sich viel mehr wie ein zupfen angefühlt hat hab ich aber sehr deutlich gespürt. Aber obwohl ich alles gemerkt hat wie der kleine dumme Piraña mich angebissen hat tat es fast gar nicht weh ich war nur ein wenig geschockt und bin erstmal aufgestanden und stand dann ein wenig ratlos im Wasser rum was ich jetzt machen sollte. Dann hab ich meinen Fuß hochgehoben, das Blut gesehen, den Fuß schnell wieder ins Wasser getaucht. Dann stand ich wieder kurz ratlos rum bis ich mich dann umgedreht hab und aus dem Wasser gegangen bin. Da hab ich dann wieder meinen Fuß hochgehoben, aber vor lauter Blut konnte ich überhaupt nichts sehen (außer Blut xD). Aber nein keine Sorge alles gut hat nur ziemlich stark geblutet wegen dem Wasser denke ich. Jedenfalls sind wir dann erstmal zu den Handtüchern gegangen und haben uns hingesetzt. Und weil ich keine Ahnung von Pirañas hab und Roxy genauso wenig (ich glaub sie war noch geschockter als ich), hab ich erstmal überlegt wo ich denn ein Taschentuch herbekommen könnte um das Blut abzuwischen.. (ich weiß ist keine wirklich hilfreiche Idee, aber war das erste was mir einfiel). Da wir aber beide keins hatten sind wir dann zu den Sanitätern (einmal den Strand überqueren und der Sand war mindestens 30°C eher mehr..) gelaufen. Da hat der mir dann erstmal ein Antiseptikum (oder wie das Zeug heißt) darüber gekippt und den Sand weggemacht, wegen dem Infektionsrisiko. Danach hat er mir eine mit Jod getränkte Bandage um den Zeh gewickelt und festgeklebt und nachdem die dann meinen Namen und mein Alter aufgeschrieben haben (ich weiß nicht genau wieso aber ich hatte da grade andere Probleme als mich das zu fragen) war's das auch schon und ich konnte wieder gehen (sprichwörtlich gesehen, wörtlich genommen wäre es eher ein humpeln gewesen, weil ich versucht hab den Fuß möglichst nicht zu belasten auch wenn es nicht wehtat). Dann sind wir den ganzen Weg wieder über den Strand zurück zu unseren Sachen gelaufen. Zum Glück hatte uns aber ein netter Mann der das ganze mitgekriegt hatte und in der Nähe von uns gewesen war unsere Schuhe gebracht und danach dann auf unsere Sachen aufgepasst bis wir wieder da waren. Danach haben wir erstmal Hamburger gegessen und ca. eine Stunde Pause gemacht. Weil der Sanitäter gesagt hat, dass es kein Problem gibt, dass ich so wieder ins Wasser geh sind wir dann wieder ins Wasser gegangen, weil aber immer noch nicht allzu viele Leute da waren und es dann auf einmal trotz Bandage anfing weh zu tun, waren wir nicht allzu lange im Wasser und haben uns am Strand dann in die Sonne gelegt und geredet. So ging das dann ein paar Mal, dass wir ins Wasser gegangen sind und dann wieder raus und so weiter. Irgendwann sind wir dann wieder zurück zu ihren Eltern gelaufen (/gehumpelt). Direkt danach sind Roxys Tante und Onkel mit ihren 3 Cousins und der Freundin eines ihrer Cousins gekommen. Später irgendwann sind wir zu 3., Roxy, die Freundin von Roxys Cousin und ich ins Wasser gegangen und waren dann auch eine ganze Weile im Wasser. Und mit ziemlicher Sicherheit hält uns jetzt die halbe Stadt für verrückt, weil zu dem Zeitpunkt waren sehr viele Menschen im Wasser, dass es gut die halbe Stadtbevölkerung sein könnte, aber okay ein "wenig" verrückt waren wir ja auch =)
Auf einmal fangen plötzlich ganz viele an zu schreien und alle rennen aus dem Wasser und wir gucken uns an und fragen uns was da ist. Und anstatt wie alle anderen wegzurennen, rennen wir natürlich dahin um nachzugucken. Naja es war eine Schlange (ich glaube eine Viper oder so?), nicht allzu groß, aber sie it im Wasser hin und her geschwommen und als alle schreiend rausgerannt sind ist sie Richtung Strand geschwommen und schließlich aus dem Wasser raus wo ihr ein Mann, der auf einml sowas wie ein riesiges Messer in der Hand hatte, ihr den Kopf abgeschlagen hat kurz nachdem sie aus dem Wasser war O.O Aber okay...
Naja am Ende des Tages haben wir dann darüber nachgedacht, was genau alles eigentlich passiert ist, unsere Erlebnisse & Erkenntnisse:
- Ich wurde von einem Piraña gebissen und das gleich beim ersten Mal, das ich in den Fluss gehe
- Pirañas beißen Menschen nicht nur, wenn sie eine blutende Wunde haben, oder etwas in der Art, sie machen das, weil sie böse Geschöpfe sind :P
- Der Papagei vor Roxys Haus hält sich für einen Hund, er bellt und versucht die Knochen, die "andere" Hunde liegen lassen zu fressen
- Das Wasser von dem FLUSS ist Salzwasser!
- Roxys 17 jähriger Cousin denkt, dass wenn man Zucker in Salzwasser streut, dass es dann zu Süßwasser wird
- Die Netze an geschützten Badestellen, die Tiere abhalten sollen hineinzukommen bieten keine Sicherheit, dass das tatsächlich nicht passiert
- Ist da eine gefährliche Schlange und alle rennen schreiend weg, dann rennen wir dahin um uns das anzugucken
- Bei 40°C sollte man nicht ohne Schuhe über den Sand laufen, der dann nämlich auch "leicht" erwärmt ist
- Auch mit Sonnencreme, mehrfachem eincremen und nie zu lange direkt in der Sonne liegen kriegt man ganz schnell einen Sonnenbrand und aufeinmal ist das gesicht total pink (mit Ausnahme der weißen Stelle wo der Pony davor war (-.-) und man kann wunderbar die weißen Streifen betrachten die auf der rötlichen Haut wunderbar zeigen was für einen Bikini man anhatte (-.-')
- Flusswasser schmeckt nicht und man sollte es nicht trinken, auch nicht ausversehen
Und ich glube da war noch einiges mehr.
Jedenfalls waren wir dann noch am überlegen, ob wir das Monster, von dem ich am Anfang schon geschrieben hab, suchen sollten, denn bei dem was uns passiert ist, hätten wir das ganz sicher gefunden, wenn es das wirklich gegeben hätte. Aber das haben wir dann doch nicht gemacht und sind nach Hause gefahren.
Weil ich mich grade darüber unterhalte, ob ich mehr Unglück als andere habe fällt mir ein:
Als ich dann, nachdem ich zurück war, duschen gegangen bin, ist mir gefühlt die Hälfte des Shampoos ins Auge gelaufen und es hat 2 Stunden gedauert, bis ich wieder klar sehen konnte mit dem Auge, noch eine Stunde mehr bis es nicht mehr weh tat und gebrannt hat und jetzt, 8 Stunden später, ist es immer noch ein wenig rot. Dazu kam, dass ich heute abend mit ein paar Freundinnen im zentrum zum Abendessen war und danach dann eine halbe Stunde in Flip Flops alleine im Dunkeln mit der Verletzung am Fuß aus dem Zentrum nach Hause laufen durfte (theoretisch brauch ich für die Strecke 15 Minuten, humpelnd hat es etwas länger gedauert).
Alles in allem ein Ereignisreicher Tag, ich bin total kaputt und war den ganzen Tagmüde, jetzt ist es 3 Uhr nachts und ich hab nicht die geringste Lust zu schlafen, werd das aber gleich trotzdem machen müssen.