Ich bin heute genau 38 Tage in Argentinien, bzw. 37 Tage in Formosa.
Ich weiß, ich hab lange nichts mehr geschrieben, das lag daran, dass ich 1. keine Zeit hatte 2. krank war 3. nicht dran gedacht hab oder 4. ganz einfach keine Lust hatte alles nochmal aufzuschreiben, was passiert ist.
Aber nachdem ich 100000 Mal gefragt wurde, wann ich denn endlich weiterschreibe und Fotos reinstelle, hab ich gedacht, ich nutze meine freie Zeit, wo ich nicht in der Schule bin, weil ich schon wieder krank bin und schreibe.
Bevor irgendwer fragt, ich hab eine leichte Erkältung und eine Halsentzündung, liegt am Wetter. Bei mir ist jetzt seit 2 Wochen Frühling und es sind den ganzen Tag über zwischen 30 und 40°C, also hab ich dauernd die Klimaanlage an (ich weiß, ist nicht gut, hab ich aber sogar jetzt, wo ich krank bin).
Neulich hab ich zum ersten Mal eine tropische Spinne gesehen, klar, vorher hab ich hier auch schon Spinnen gesehen, aber nur solche, wie wir sie auch in Deutschland haben, solche die aussehen wie Webernechte, aber keine sind. Hier sind die nur etwas größer und ekliger. Aber die andere Spinne, die ich gesehen habe, sie war zum Glück noch ziemlich klein, war gelbgrün mit braunen Streifen und sah ein bisschen so ähnlich aus, wie man eine deutsche Kreuzspinne mit einer deutschen großen schwarzen Spinne mixt. Ein Foto hab ich nicht gemacht, da hätte ich nochmal dichter zur Spinne hingehen müssen.
Ich hab keine Ahnung, was genau ich alles schreiben kann und soll, deshalb beschreibe ich erstmal meine ersten Eindrücke von Argentinien.
La gente esta muy loca... Ich setze einfach mal vorraus, dass alle hier dieses Lied kennen :
http://www.youtube.com/watch?v=WgtwNm1TebU
wenn nicht, anhören. Das beschreibt eigentlich schon den hauptsächlichen Eindruck hier von den Menschen :) Hier sind alle sehr, sehr offen, herzlich, freundlich, lustig, fröhlich, aktiv, laut und vor alle eins: VERRÜCKT! Allerdings positiv verrückt :)
Fiestas. Fiestas (Partys) gibt es hier mehr als genug. Und mit einer winzigen Fiesta hier kann nichtmal die größte deutsche Party mithalten. Die Leute hier, grade die Jugendlichen lieben die Fiestas. Am besten jeden Tag, nein, jede Nacht und dann die ganze Nacht durch. Meistens wirds dann wohl doch nur Freitag und Samstag Nacht, außer jemand hat Geburtstag, dann ist es egal, dass es mitten in der Woche oder Sonntag und am nächsten Tag Schule ist. Ich hab das Gefühl, die hören Musik hier doppelt so laut wie in Deutschland, aber mittlerweile hab ich mich auch daran gewöhnt. Wichtig bei den Fiestas hier sind tanzen und Alkohol. Insbesondere die Jugendlichen hier trinken sehr viel Alkohol, meistens Bier oder Fernet. Und dass die Diskos hier ab 18 sind, das interessiert keinen. Kommt man dann mal doch nicht rein, geht man ein Stück weg, wartet 10/15 Minuten und stellt sich dann zu einer großen Gruppe. Klar fällt das den Sicherheitsleuten manchmal trotzdem auf, aber es scheint die nicht wirklich zu kümmern. (Ich geh davon aus, dass die das früher auch gemacht haben und wissen wie das ist und so...). Die Mädchen hier schminken sich nie, nur wenn sie zu Fiestas gehen, dann aber ziemlich stark. Und eigentlich kein Mädchen hier geht mit Sneakers auf Partys (was für ein Glück, dass ich doch meine hohen Schuhe mitgenommen habe). Kurz gesagt, Fiestas gehören zu Argentinien, wie Zeiger zur Uhr.
Bailar. Seeeehr eigenes Thema.. Hier gibt es spezielle Tänze, die alle (außer mir :P) tanzen können. Cumbia, Raggaeton und zu den Wachiturros. Eine Freundin von mir hatte mir zum Glück ein paar Schritte geziegt, ich glaube das war zu Cumbia und Freitagnacht, hat mir eine andere Freundin noch andere Schritte gezeigt, wozu das war, weiß ich aber nicht. Das mit den Wachiturros werd ich allerdings nie hinkriegen befürchte ich, alleine, weil ich sofort lachen muss, wenn ich das höre oder sehe, wie die anderen das tanzen. Nicht weil sie das schlecht machen, im gegenteil, das ist total genial, wie die das können, aber es ist einfach so lustig... Sucht dazu mal Videos bei youtube und guckt euch das an.
La comida. Das Essen hier ist total anders als in Deutschland. Also klar, hier gibts auch Kartoffeln, Reis, Rindfleisch, Schweinefleisch, Geflügel (allgemein essen die hier irgendwie alles an Fleisch), Äpfel, Tomaten, Birnen, Bananen, Erdbeeren... Aber es ist halt doch total anders. Morgens ess ich hier nie was, weil in der Woche hab ich keine Zeit, weil ich zur Schule muss und am Wochenende schlaf ich bis zum Mittagessen. Aber meine Gastmutter ist hier morgens immer so komische Vollkornkekse die aussehen wie winziges, dickes Knäckebrot (und auch so ähnlich schmecken). Mittagessen gibts immer zwischen 12:30 und 13:30 Uhr. Meistens. Da gibts dann irgendwas Warmes, meistens selbstgemachtes gekauftes. Das ist so. Meine Gastmutter fährt in einen Einkaufsladen und kauft da daas Essen, was die da selbstgemacht haben und verkaufen. Ich mag das meistens allerdings nicht so, vor allem weil sie sehr gerne so komischen Fisch ist. Sie kauft mir dann zwar oft was anderes, aber ich finde selbstgekochtes Essen trotzdem besser. Nachmittags gibts dann meistens irgendeine Kleinigkeit, "facturas", so eine Art Gebäck mit einer Art Marmelade, Vanille oder Dulce de Leche drauf. Dulce de Leche ist so ähnlich wie Nutella, aber eher eine Karamellcreme als eine Schokocreme und ich finde Nutella immer noch besser. Abends ist es dann immer unterschiedlich. Ab und zu sind wir essen gegangen, dann mal Essen bestellt, manchmal hat meine Gastmutter nochmal was "gekocht" (bestand meistens darin Fleisch zu braten und eine Tomate aufzuschneiden) und manchmal ist sie abends gar nicht da, dann musste ich mir selber was amchen, weil ich mich noch nicht traue etwas zu bestellen. Abendessen gibts hier so zwischen 21 Uhr (ist aber sehr früh) und 24 Uhr (das ist dann sogar schon spät). Typisches Essen hier, was es in Deutschland eher nicht gibt, sind Empanadas, Dulce de Leche, Chipa (keine Ahnung, ob das richtig geschrieben ist, aber man spricht es so aus) und Asados. Es gibt noch sooo viel mehr, aber die Namen sind alle auf Spanisch und ich kann mich an keinen erinnern.
Alle hier trinken sehr viel Cola und alle trinken aus einer Flasche von einem Strohhalm. Typische Getränke hier sind aber Mate und Terere. Ist fast dasselbe, nur Mate wird mit heißem Wasser getrunken und Terere mit kaltem Wasser oder Saft (ich finde Saft besser). Kann man beides so trinken, oder süßen, ich finde das gesüßt besser. Und Mate mag ich nicht so, ist zu heiß.
Siestas. Gehört hier her wie die Fiestas. Ist so eine Art "Mittagsschlaf". Am Anfang konnte ich nachmittags noch nicht schlafen, aber mittlerweile könnte ich nach dem Mittagessen einschlafen und erst abends gegen 8 aufwachen. Geht allerdings nur am Wochenende, sonst kann ich nachts nicht schlafen.
El colegio. Ich kann nicht wirklich sagen, wie genau die Schule hier ist... Ich will das nicht verallgemeinern, weil ich mir sicher bin, dass hier nicht alle Schulen gleich sind, dass es Unterschiede zwischen privaten und öffentlichen Schulen und auf zwischen den einzelnen privaten, bzw. den einzelnen öffentlichen Schulen gibt. Momenan geh ich noch auf eine öffentliche Schule, ich hab aber gestern abend mit einer Rotariern gesprochen, ob ich wechseln kann. Weil meine Schule nicht so toll ist. An sich sind die aus meiner Klasse zwar alle nett, aber z.B. kann ich mit keinem da richtig reden. Die können zwar mit mir reden und ich verstehe einiges, aber ich kann nicht antworten, weil mir die Wörter fehlen. Ich weiß, dass ändert sich, wenn ich besser Spanisch kann, aber es ist ja nur ein grund und ich will nicht noch einen Monat warten, rumsitzen, mich langweilen und kaum mit den andren reden können. Und ich glaube, wenn ich mit Leuten zusammen bin, die auch Englisch sprechen, ist das mit dem Spanisch lernen einfacher, weil die mir das dann viel einfacher beibringen können, weil ich das besser verstehe. Aber mal sehen, vielleicht steht das morgen schon fest, ob ich wechseln kann, weil morgen ein Rotarytreffen ist.
La familia. Die Familien hier sind auch sehr unterschiedlich. Ich war einige Tage in meiner zweiten Gastfamilie, weil meine erste Gastmutter in Buenos Aires war und hab dadurch schon genauer einen Unterschied sehen können. In meiner ersten Gastfamilie habe ich theoretisch 4 Gastgeschwister und eine Gastmutter. Meine 17 jährige Gastschwester ist aber dieses jahr in Frankreich und meine andere Gastschwester und meine beiden Gastbrüder wohnen nicht mehr bei ihrer Mutter, also bin ich mit ihr alleine. Sie ist sehr, sehr nett, aber man merkt schon, dass sie etwas älter ist. Und sie arbeitet sehr viel und ist deshalb kaum zu Hause und wenn sie zu hause ist, ist das meistens zur Siesta, wo sie dann schläft. Ab und zu nimmt sie mich mit zur Arbeit oder dahin, wo sie grade hinfährt, gestern waren wir mit meinem einen Gastbruder z.B. in ihrem anderen Haus (sowas wie ein Wochenendhaus für den Somemr mit Pool und so). Hat sie wohl grade erst neu gekauft und das sind wir uns halt angucken gefahren. Fotos hab ich d aber noch nicht gemacht, weil ich 1. meine Kamera nicht mit hatte und 2. weil es noch nicht so schön da aussieht, wie gesagt, neu gekauft, muss alles noch "ordentlich" gemacht werden. In meiner zweiten Gastfamilie ist alles ungefähr so wie in Deutschland in meiner Familie, also keine wirklich großen Unterschiede.
Aprender español. Seeeeeeeeehr schwierig. Nach einem Monat versteh ich zwar schon total viel auf Spanisch (wenn ich was geschriebenes lese fast alles, wenn ich es höre nicht ganz so viel), kann aber kaum was sagen (bzw. trau mich fast gar nicht, ich weiß nicht wieso, wenn ich Spanisch sprechen soll, dann fällt mir kein Wort ein, schreiben hingegen kann ich schon mehr oder weniger gut). Ich geh seit letzter Woche jetzt immer Dienstasg und Mittwochs für je eine Stunde zu einer Englischlehrerin, die mir Spanisch "beibringt". Hat bisher aber nicht viel gebracht, weil 1. ihr Englisch ist so schlecht, sie macht so viele Fehler, dass ich in gedanken die ganze Zeit nur versuche zu entschlüsseln, was sie mir sagen will, dass ich gar nicht dazu komme das Spanische zu lernen. Also hab ich jetzt angefangen, mir z.B. alle Verben aufzuschreiben, die ich kenne, ich werd auch noch andere wichtige Wörter mit der Zeit dazunehmen. Aber neulich ist mir aufgefallen, wodurch ich so schnell so viel verstehe, ohne richtig viel dafür getan zu haben. Durchs chatten. Mir schreiben hier so viele im Chat bei Facebookauf Spanisch, weil die meisten kein Englisch können (okay, einige wollen mir unbedingt auf Englisch schreiben, damit ich's einfacher habe und übersetzen dann selber alles mit dem Google Übersetzer :D) und am Anfang sagen alle immer dasselbe. Wenn ich was nicht verstanden hab, hab ich das mit dem Google Übersetzer übersetzt, oder auch das, was ich sagen wollte. Mittlerweile kann ich aber schon mehr oder weniger alles ohne den Googleübersetzer machen, weil meine Grammatik im Spanischen nicht schlechter ist als die des Google Übersetzers :D Ab und zu muss ich mal ein Wort übersetzen, das ich nicht weiß, aber ansonsten klappt das ganz gut. Und wenn ich dann gut schrieben kann, werd ich das mit dem sprechen bestimmt auch bald hinkriegen. Alle sagen mir zwar, das meine Aussprache unerwartet gut ist, ich bin da aber noch anderer Meinung.
So, ich finde, dafür dass ich so lange nichts geschrieben habe, reicht das erstmal, sonst habt ihr keine Lust mehr zu lesen, wenns noch viel länger wird.
Weil die Internetverbindung hier so langsam ist, dauert das immer ewig, bis ein einzelnes Foto hochgeladen ist, deshalb lad ich jetzt gleich einige Fotos hoch, werd aber ziemlich sicher nichts mehr dazu schreiben, weil das jetzt so viel war und mir schon meine Arme, Hände und Finger weh tun (und weil ich nebenbei mit 8 Leuten auf 3 verschiedenen Sprachen chatte).
Wenn ihr irgendwas zu den Fotos wissen wollt, fragen wollt oder sagen wollt, schreibt das darunter einfach in den Kommentar. :)
Achso... Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten ;P
Danke.
AntwortenLöschenDu kannst bestimmt schon mehr spanisch, als die Formoser/ Formoseraner (?) deutsch sprechen. Sprich einfach, die werden Dich schon verstehen und können bei Fehlern verbessern, so lernt sichs schneller. So klappts bei Melanie, Isadora und Pick hier auch gut. Wenn Du nach 5-6 Monaten spanisch denkst und träumst, gehts dann langsam in Richtung Deutschkurs.
Hasta luego i vaya con dios
Hi Süße,
AntwortenLöschenSchön, endlich von Dir im Blog zu lesen, und dann auch noch soviel.
Das Sprechen dauert halt ein Weilchen, das ist bei unserem Gastmädchen das gleiche. Aber es wird.
Ich freue mich riesig, wenn Du singend und tanzend wieder nach Deutschland kommst.
Viele Küsse.
Nachtrag:
AntwortenLöschenDein Linkhinweis funktioniert in Deutschland so nicht. Aber wenn man auf You tube geht und
Loca People von Sak Noel Official Video eingibt, kann man es ansehen.
Sehr aufschlussreich und ein schöner Sound.
Hallo Merle,schön wieder etwas von Dir zu lesen.Die Bilder sind sehr schön und geben einen kleinen Einblick in Dein "neues Leben".Werde schnell wieder gesund.Freuen uns schon auf Deinen nächsten Blog ;-)
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